Freundeskreis
Museum Kurhaus &
Koekkoek-Haus Kleve e.V.


Günther Zins hat heute Geburtstag - 9. April 2021

Seit vielen Jahrzehnten prägt der in Kleve beheimatete Künstler Günther Zins die Kunstszene. Im Städtischen Museum Haus Koekkoek (dem heutigen B.C. Koekkoek-Haus)  wurde 1984 seine erste Einzelausstellung Günther Zins – Bildobjekte-Bilder-Zeichnungen eröffnet. Vom Freundeskreis der Klever Museen wurde 2004 der Katalog Günther Zins zu seiner Werkübersicht im Museum Kurhaus Kleve herausgegeben.

Im Freundeskreis, zu deren Mitgliedern Günther Zins und seine Frau seit vielen Jahren  gehören, erinnern wir uns gerne an diese besonderen Einzelausstellungen wie auch an die vielen anderen Präsentationen und Konzerte, die der Künstler im Rahmen von Ausstellungen oder Veranstaltungen gab:  Frohe Kunde – Mann sieht sich, die gemeinsame Doppelveranstaltung der Fördervereine des Museum Goch und der Klever Museen, wurde durch sein Saxophon-Solo eingerahmt. Auch die beeindruckenden Improvisationen Tenor-Tenor des verstorbenen Prof. Werner Deutsch (Tenor) und Günther Zins am Tenorsaxophon gehörten zu seiner künstlerischen Arbeit, die sich nicht jedem sofort erschloss: Ausdruck des lebendigen Kunstaustausches der beiden, „an die Schmerzgrenze gehend – aber immer auf Neue faszinierend“ (M. Grass, Rheinische Post 30.09.2000).

Wir sind dankbar für Günther Zins tatkräftige Unterstützung des Freundeskreises wie bei der Spendenaktion für das Friedrich-Wilhelm-Bad 2009, beim Gartenfest 2015 oder der Aktion Kunststück für Koekkoek anläßlich des Zwanzigjährigen der Koekkoek-Stiftung 2017. Bei diesen Aktionen und weiteren hat Günther Zins durch mehrere Editionen seiner Skulpturen die Spendenaufrufe des Vereins kräftig unterstützt.

Günther Zins‘ filigrane Stahlskulpturen mit ihrer Leichtigkeit und besonderen Formensprache, die direkt ansprechen, findet der Suchende in und bei vielen privaten Häusern. Seine Skulpturen an öffentlichen Gebäuden unterstreichen seine künstlerische Qualitäten:

·       Die Skulptur an der Klever Lindenallee setzt ein beständiges Ausrufezeichen im Dialog mit der Architektur des Hauses, das mehrfach den Nutzer wechselte. Mit seinen präzise verschweißten, schlanken Edelstahlstäben entstehen Raumzeichnungen.

·       Der Kubus im Teich des Forstgartens an  der Tiergartenallee spielt mit dem Wechselspiel der feingliederigen, glatten Stahlskulptur und den alten Bäumen des umgebenden Landschaftsparks sowie deren Spiegelungen im Teich: Stabilität und Ruhe der kubischen Form, Leichtigkeit und Schwerelosigkeit in der Art der Aufstellung im Zwiegespräch mit der Natur.

·       Im Moyländer Schlosspark schwebt der große Kantenwürfel, allen Stürmen zum Trotz, zwischen Himmel und Erde. 

·       An der Karl Kisters Realschule in Kellen installierte Günther Zins ein „Würfelspiel“. Drei Kuben gleicher Kantenlänge sind so installiert, dass sie die Illusion eines fallenden Würfels in drei Stadien erzeugen. Der höchste Würfel balanciert scheinbar schwerelos auf einer Kantenecke, der zweite, zweidimendionale, illusionistische Würfel erweckt den Eindruck, sich im freien Fall zu befinden, und der Dritte, wiederum Dreidimensionale, „bewegt“ sich darunter. Es ist das Spiel mit drei transparenten Würfeln, das die Strenge und klare Linienführung der Architektur aufhebt und durch Leichtigkeit akzentuiert. Durch wechselnde Standorte des Betrachters und durch das Spiel von Licht und Schatten zu verschiedenen Tageszeiten ergeben sich immer neue Perspektiven und Ansichten.

Günther Zins befasst sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung filigraner, geometrischer Plastiken aus Stahlstäben, die er in Bezug zueinander setzt, um Räume zu inszenieren und zu akzentuieren. Er spielt dabei mit der Zwei- und Dreidimensionalität und mit der Illusion von Bewegung. Die Faszination, die von seinen Arbeiten ausgeht, zeigen die zahlreichen Ausstellungen in Galerien und Museen (und die vielfach dadurch angeregten Ankäufe für den Öffentlichen Raum): am Niederrhein und in Westfalen, im Ruhrgebiet, in Düsseldorf, Köln, Frankfurt oder Passau, in unseren europäischen Nachländern bis hin nach Südkorea (dem am weitesten entfernten Standort einer Zins-Skulptur).

Wir freuen sich auf seine nächste Ausstellung hier in Kleve, die Prof. Harald Kunde gemeinsam mit dem Künstler kuratiert und eine Werkschau zeigen wird, in der die frühen Arbeiten des Bildhauers, seine künstlerische Entwicklung und zwei in 2021 für das Museum Kurhaus neu gestaltete Skulpturen zu erleben sein werden:

Während der Ausstellung soll eine filigrane Stahlskulptur den Doppelsaal bespielen. Hier werden sich aus den unterschiedlichen Perspektiven im Haus (aus den Seiteneingängen, mal im Gegenlicht des Fensters am Hang, mal von unten, mal von der Galerie von oben herab) immer Blicke eröffnen, die zeigen, mit welcher Leichtigkeit Günther Zins Raum zu gestalten weiß.

Und auf dem Balkon am Eingang über dem Kurbad wird - quasi in Ergänzung zu der Arbeit Wintersonnenschirme im Sturm im Dachgarten des Café Moritz -  eine neue Skulptur entstehen, die auf Dauer den Dialog zwischen klassizistischer Architektur, den barocken Gartenanlagen und dem Eisernen Mann sucht: Ein Hingucker für Vorübergehende  aus der Perspektive  der Tiergartenstraße. Und ein Impuls zum längeren Verweilen im Museum. Der Blick aus den oberen Kurhaussälen heraus durch die neue Stahlskulptur auf dem Balkon hindurch auf die barocken Gärtenk ermöglicht, das Wechselspiel von Illusion und Räumlichkeit zu erleben, von Stabilität und Leichtigkeit, Starre und Bewegung, Kunstwerk und Naturwerk.

Günther Zins hat sich als Vertreter der konkreten Plastik überregional einen Namen gemacht hat und über Jahrzehnte auch die Klever Kunstszene durch seine Kunst geprägt und den Freundeskreis vielfach unterstützt.

Der Freundeskreis des Museum Kurhaus Kleve und B.C. Koekkoek-Haus gratuliert Günther Zins, der 1951 in Hessen geboren wurde, herzlich zu seinem Siebzigsten und wünscht, dass ihm Gesundheit und künstlerische Gestaltungskraft lange erhalten bleiben.

Und freuen Sie sich mit uns auf die Hommage zum Werk Günther Zins‘, die von Mai bis September 2021 im Museum Kurhaus Kleve zu genießen sein wird.

Zu dieser Ausstellung wird der Freundeskreis einen Katalog und eine neue Edition  herausgegeben. 

Wilfred Röth, Jutta Tönnissen

(für den Vorstand des Freundeskreises)

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Blicke ins ehemalige Atelier im alten Bensdorf-Gebäude (Fotos: Helga Diekhöfer, 2013-2016)