Freundeskreis
Museum Kurhaus &
Koekkoek-Haus Kleve e.V.


Kunstreise: Graz 24.06.2009–28.06.2009

Ende Juni 2009 machten sich rund 25 Freundeskreis-Mitglieder unter der Leitung von Gisela Claßen und Wolfgang Dommers dazu auf, die steirische Haupt- und zweitgrößte Stadt Österreichs, Graz, zu besuchen. Als Organisatorin stand den Teilnehmern die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museum Kurhaus Kleve, Valentina Vlasic, zur Seite, die in Graz geboren und aufgewachsen ist und ihre Heimatstadt vorgestellt hat.

Am ersten Tag landeten die Reiseteilnehmer kurz nach 8 Uhr früh am Klagenfurter Flughafen in Kärnten, wo sie Frau Vlasic in Empfang nahm. Ein erster Stopp führte sie zum Gipfelhaus Magdalensberg, wo erste österreichische Backspezialitäten – etwa Apfelstrudel oder Marillenkrapfen – zu sich genommen wurden. Die „Freunde“ genossen den Blick hinab vom 1096 m gelegenen Magdalensberg auf Klagenfurt und die Karawanken, begutachteten einen originalen Troadkasten und besuchten eine romanische Kirche.

Weiter führte der Weg die „Freunde“ in das Museum Liaunig in Neuhaus, dem – nach der Sammlung Essl in Klosterneuburg – zweitgrößten Privatmuseum in Österreich, das erst seit August 2008 und nur während der Sommermonate zugänglich ist. Sowohl das spektakuläre tunnelartige Gebäude der Wiener Architektengruppe „querkraft“ als auch die Sammlung zu österreichischer Kunst nach 1945 hinterließen einen bleibenden Eindruck bei den Teilnehmern.

Nachmittags in Graz angekommen, bezog man die Zimmer im herrschaftlichen Hotel zum Dom, einem spätgotischen Stadtpalais aus dem ehemaligen Besitz der italienischen Kaufmanns- und Adelsfamilie Inzaghi. Abends besichtigten die Teilnehmer das Landhaus-Gebäude, ein imposantes Spätrenaissance-Juwel mit einer Fassade von Domenico Dell’Allio und einem Innenhof mit zweiseitigen Arkadengängen. Im traditionsreichen Landhaus-Keller wurde im Anschluss ein zünftiges Abendmahl der österreichischen Küche eingenommen.

Den zweiten Tag begangen die Freundeskreis-Mitglieder mit einem Besuch des Grazer Doms und des von Giovanni Pietro de Pomis erschaffenen Mausoleums. In einer gelungenen Besichtigung führte der langjährige Messner Herr Plaschka die Teilnehmer in alle wissenswerten Aspekte um die Gebäude ein, so wurden die Alte und die Neue Sakristei besucht, der Altar von Johann Bernhard Fischer von Erlach oder das Grab Ferdinands II. in den Katakomben. Im Anschluss machten die „Freunde“ einen Abstecher zur Grazer Burg, in der sie die einzigartige gotische Doppelwendeltreppe Friedrichs III. bewunderten, bevor sie schließlich den Mittagstisch einnahmen am ca. 450 m hohen Schlossberg. Nachdem sie sich die Grazer Wahrzeichen „Uhrturm“ und „Liesl“, die Stall- und Kanonenbastei, den Türkenbrunnen und die Kassematten, ein ehemaliges Verließ am Berg, angesehen haben, stiegen die Reiseteilnehmer zum Teil wieder über die historische Schlossbergtreppe ab. Nachmittags standen ein Besuch der Neuen Galerie – untergebracht im ehrwürdigen Stadtpalais Herberstein – mit einer Führung durch die Ausstellung „Robert Wilson: Voom Porträts“ und ein Besuch des spektakulären Kunsthauses – das wie eine gewaltige Blase in der ehrwürdigen Altstadt von Graz anmutet – auf dem Programm. Ein Abstecher auf der sogenannten „Murinsel“ – einer geschwungenen zweischaligen Konstruktion über dem Fluss Mur – durfte hier auch nicht fehlen.

Am dritten Tag unternahmen die „Freunde“ eine Straßenbahnfahrt in den Norden von Graz, um Schloss Eggenberg zu besuchen, die bedeutendste barocke Schlossanlage der Steiermark. In einer zweistündigen Führung wurden ihnen die 24 Prunkräume, die Alte Galerie und die Sammlung von mittelalterlicher zu spätbarocker Kunst vorgestellt. Die übermäßig zahlreichen Pfauen im Schloss- und Planetengarten von Eggenberg erwiesen sich zudem als dankbares Kameramotiv. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, einzelne Interessierte besuchten mit Frau Vlasic das sogenannte „Zeughaus“, die größte Waffen- und Rüstungssammlung der Welt, die seit 1644 ohne Unterbrechung in einem Teil des Landhauses untergebracht ist.

Tag vier startete mit einer Busreise in die Obersteiermark. Als erste Station fuhren die Reisenden das aus dem Mittelalter stammende Schloss Trautenfels am Eingang zum Salzkammergut an, das imposant auf 670 m Höhe auf einem Felsvorsprung des Bergmassivs Grimming (ca. 2400 m) thront und 1998 durch den österreichischen Architekten Manfred Wolff-Plottegg umgebaut wurde.

Nachmittags genossen die Reiseteilnehmer eine zweistündige Führung durch das 2003 umgebaute Benediktinerstift Admont am Eingang des Nationalparks Gesäuse, in dem sie neben dem kunsthistorischen Museum mit Exponaten von der Romanik bis zum Rokoko, Gemälden, Skulpturen und Objekten aus der kirchlichen Schatzkammer, auch das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst besuchten, in dem zu jenem Zeitpunkt gerade die Sonderausstellung zur Sammlung Prinzhorn zu sehen war. Der Höhepunkt des Besuches war jedoch die Stiftsbibliothek, die 1776 mit 70 m Länge, 14 m Breite und rund 13 m Höhe geschaffen wurde und als weltgrößter klösterlicher Büchersaal gilt. Zu sehen waren darin neben ca. 70.000 Büchern die beeindruckenden Holzskulpturen „Die vier letzten Dinge“ (Tod, Gericht, Hölle, Himmel) des österreichischen Barockbildhauers Josef Stammel.

Am fünften und letzten Tag der Reise wurden die „Freunde“ durch den Leiter des Diözesanmuseums und Generalsekretär von ICOM-Österreich, Heimo Kaindl, exklusiv über die Baustelle des neuen Diözesanmuseums im Priesterseminar zu Graz geführt. In anschaulicher Weise wurden dabei das Bauvorhaben, die Pläne und die Visionen des Museumsleiters deutlich.

Über Mittag fuhren die Teilnehmenden in ein Kernölmuseum in die südsteirische Weinstraße, in dem sie die Produktion und besonderen Eigenheiten des Patentprodukts „Steirisches Kürbiskernöl“ kennenlernten, bis sie schließlich den Nachmittag in einem Buschenschank in Kitzeck, Europas höchstgelegenem Weindorf (550 m), bei einer zünftigen Brettljaus’n ausklingen ließen. Der Flug zurück führte vom Flughafen Thalerhof in Graz nach Köln-Bonn.

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Ein Blick in die Grazer Altstadt mit dem Rathaus im Hintergrund
Die Fassade des Museum Liaunig im Kärntner Land
Ein Kunstwerk von Tony Cragg im Museum Liaunig
Der Landhaus-Hof in Graz mit der bedeutenden manieristischen Brunnenlaube
Die Doppelwendeltreppe in der Grazer Burg
Ein Blick auf die Dachlandschaft von Graz mit Kunsthaus und Murinsel
Das Kunsthaus aus der Nähe
Das Gemälde "Kreuzigung mit Gedräng" von Conrad Laib (15. Jh.) im Grazer Dom
Die "Freunde" vor Schloss Eggenberg in Graz
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