Freundeskreis
Museum Kurhaus &
Koekkoek-Haus Kleve e.V.


Kunstreise: Lissabon 28.05.2008–01.06.2008

Ende Mai 2008 machte sich unser Freundeskreis auf, um mit den beiden „Reisekommissaren“ unseres Vereins, Frau Gisela Claßen und Herrn Wolfgang Dommers, die portugiesische Hauptstadt Lissabon zu besuchen. Am Mittwoch, dem 28. Mai 2008 trafen sich die rund 24 Mitglieder des Freundeskreises zu früher Stunde in Kleve, um gemeinsam die Fahrt zum Flughafen Köln/Bonn anzutreten, das Flugzeug landete um die Mittagszeit in Lissabon-Portela. Nachdem das Gepäck im zentral gelegenen Hotel Aviz verstaut wurde, folgte zuerst ein Mittagsschmaus im Herzen der Stadt, danach eine Panorama-Stadtrundfahrt durch historische Bezirke Lissabons. Ein erster Höhepunkt war ein Zwischenstopp an der nach dem englischen König benannten Parkanlage „Eduardo VII.“ (1841-1910), die den Reisenden einen herrlichen Blick auf die Altstadt bis zum Fluss Tejo bot. Der Park erstreckt sich vom höchsten Punkt des Stadtteils Saldanha etwa 500m hangabwärts bis zur Praça Marquês de Pombal und zeichnet sich durch geometrisch angelegte Hecken und besondere, z.T. tropische Vegetation aus. Die Weiterfahrt führte zur „Catedral Sé Patriarcal“, der Haupt- und zugleich ältesten Kirche Lissabons, deren Grundstein im Jahr 1147 – als Zeichen des Sieges über die Mauren – gelegt wurde und deren Architektur außen romanisch ist, innen einen bunten Stilmix von Romanik, Gotik und Barock aufweist. Am Nachmittag folgte ein geführter Spazierbummel durch zauberhafte enge Gassen bis hin zur Kirche St. Lucia, die, am ehemaligen maurischen Festungsring gelegen, einen weiteren spektakulären Ausblick auf das Altstadtviertel Alfama bot. Eindrucksvoll waren zwei imposante Fliesenbilder an der Kirchenwand, die die Einnahme der Stadt im Jahr 1755 und den Königspalast am Tejo illustrieren. Nach einer kurzen Ruhephase im Hotel traf man sich zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant „Real D’Ouro“ im Stadtzentrum.

Der zweite Tag begann für die Reisenden mit einer Panorama-Fahrt entlang des Flusses Tejo bis zum Belém-Viertel. Die erste Station stellte der Hafen Restolo dar, von dem aus bereits Vasco da Gama und andere berühmte Entdecker in See gestochen sind oder Kostbarkeiten wie Zimt und Pfeffer aus Indien oder Seide aus China vom 16. Jahrhundert an nach Europa eingeschifft wurden. Den Höhepunkt des Tages stellte der Besuch des „Mosteiro dos Jerónimos“ dar, des Hieronymus-Klosters und bedeutendsten Baus der „Manuelinik“, dessen Grundstein um 1500 von König Manuel I. gelegt wurde. Bei diesem Architekturstil handelt es sich um eine Sonderform der Spätgotik, die ausschließlich im Portugal des 16. Jahrhunderts aufgetreten ist. Eine gemütliche Kaffeepause erfolgte im Anschluss daran an der Antiga Fábrica de Pastéis de Belém, den aus einer ehemaligen Fabrik umgebauten labyrinthartigen, mit Azulejo-Mosaiksteinen gefliesten Sälen, in denen seit 1837 die weltbesten Pasteis de Belém (Eierpuddinggebäck) nach altem Geheimrezept der Hieronymus-Mönche hergestellt werden. Weiter ging es mit einer nostalgischen Straßenbahn, der sogenannten „Vintage Lisbon Tram“, bis hin zum Museu Nacional de Arte Contemporânea, in dem sich die Reiseteilnehmer eine Ausstellung mit kinetischer Kunst und Werken von Yaacov Agam, Marcel Duchamp, Jesús-Rafael Soto, Jean Tinguely, Victor Vasarely uvm. ansahen. Den Abschluss des zweiten Tages stellte eine gesellige Weinverkostung im Portwein-Institut Lissabons dar.

Der dritte Tag ging mit einem Busausflug in die prachtvolle Umgebung Lissabons los, einen ersten Zwischenstopp gab es am königlichen Palácio Nacional de Sintra, der sich bereits von weitem gut sichtbar und mächtig über der Stadt Sintra erhebt. Der Palast wurde auf Resten einer alten Maurenbefestigung errichtet und gilt heute – dank der Verkleidung nahezu sämtlicher Räume mit Azujelos – als bedeutendstes erhaltenes Azujelos-Monument. Die Weiterfahrt ging an das Kap von Cabo da Roca, den westlichsten Punkt des europäischen Festlandes, von dem aus die „Freunde“ einen herrlichen Meerblick genossen – aber leider auch Opfer eines besonders kräftigen Regengusses wurden. Die Rückreise führte über Cascais zurück nach Lissabon. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung und wurde von einigen Teilnehmern dazu genutzt, das in Lissabon gelegene Orientmuseum zu besuchen.

Auch der vierte Tag begann mit einer Busfahrt, die die Reiseteilnehmer in den Vorort Benfica führte, in dem sie sich den prachtvollen Park Florestal de Monsanto und den Palácio do Marquêses de Fonteira ansahen. Die Parkanlage wurde zwischen 1650 und 1675 von João de Mascarenhas im italienischen Renaissancestil angelegt und wird von einem Azulejo-Fries eingefasst, der u.a. die zwölf Monate, Mars, Venus sowie zwei Glücksritter zeigt. Die Anlage ist prachtvoll mit Wasserbecken, Grotten, Kiosken und Skulpuren dekoriert, ein besonderes Highlight darin ist der sogenannte „Jardim de Venus“ („Venusgarten“) mit einem sternenförmigen Teich und 16 Brücken. Der Palast selbst beherbergt eine der schönsten Sammlungen portugiesischer Fliesenkunst. Weiter ging es für die Freunde zum Museu Calouste Gulbenkian, einem Museum mit mehr als 6000 Exponaten zu u.a. ägyptischer und griechisch-römischer Kunst, zur Buchmalerei oder Malerei. Es beherbergt eine der bedeutendsten Privatsammlungen der Welt, die zusammengetragen wurde durch den reichen Armenier Calouste Sarkis Gulbenkian (1869-1955), der sehr kunstsinnig war und dem Portugal zudem seine ersten Volksbibliotheken und Kulturzentren verdankt. Besonders erfreut waren die „Freunde“ von einem Stundenbuch der Margaretha von Cleve, das sie im Museum entdeckten. Abends stand der Besuch eines der berühmtesten Fado-Restaurants, des sogenannten „Club de Fado“, auf dem Programm. Die Teilnehmer erfreuten sich an besonderen kulinarischen Genüssen und lauschten dem berühmten portugiesischen Fado-Gesang.

Nach dem Frühstück und Checkout aus dem Hotel erfolgte am letzten Tag der Reise noch ein gemeinsamer Besuch im Museu Nacional de Arte Antiga, in der u.a. das berühmte Gemälde „Die Versuchung des Heiligen Antonius“ von Hieronymus Bosch und weitere bedeutende Kunstwerke etwa von Albrecht Dürer zu bewundern waren. Danach fuhren die Freunde zum „Expo-Gelände“, das aus Anlass der Weltausstellung 1998 errichtet wurde und heute als „Park der Nationen“ viele Besucher und Neugierige anlockt. Zu besichtigen sind dort neben Wasseranlagen, utopischen Bauten und tropischen Gärten etwa das nach Japan weltgrößte Ozeanarium, das tausende von Meeresbewohnern und Spezies aus fünf verschiedenen Klimazonen präsentiert.

Nach einer gemeinsamen Stärkung erfolgte die angenehme und termingerechte Rückreise. Abgeholt wurden die „Freunde“ verlässlich am Flughafen Köln/Bonn durch die Firma Stiehl, die alle 24 Teilnehmer gesund und munter zurück nach Kleve brachte.

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Das „Torre de Belém“ (1515-1521), eines der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons
Das „Mosteiro dos Jerónimos“, das berühmte Hieronymus-Kloster
Der Klostergarten des „Mosteiro dos Jerónimos“
Ein Mitglied des Freundeskreises auf Tuchfühlung mit einer Installation von Jesús-Rafael Soto im Museu Nacional de Arte Contemporânea
Ein Blick auf die Altstadt Lissabons
Eines der zahlreichen Azulejo-Friese in Lissabon
Der prachtvolle Park „Florestal de Monsanto“ im Vorort Benfica
Der Freundeskreis im „Palácio do Marquêses de Fonteira“
Eine Detailansicht der Parkanlage „Florestal de Monsanto“
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