Freundeskreis
Museum Kurhaus &
Koekkoek-Haus Kleve e.V.


Tagesexkursion: Köln & Brühl 16.02.2008

Am Samstag, dem 16. Februar 2008 machten sich über 40 Mitglieder unseres Freundeskreises unter Leitung von Gisela Claßen und tatkräftiger Unterstützung von Valentina Vlasic, M.A. in aller Frühe nach Köln auf. Die Fahrt erfolgte in einem bequemen Bus der Firma Stiehl, Busfahrer Herr Wessels hielt die Anwesenden mit charmanten, kurzweiligen Durchsagen bei Laune, während Frau Claßen Kaffee und Kekse spendierte.

Die erste Station des Tages war das neue Kunstmuseum Kolumba, das aus dem Erzbischöflichen Diözesanmuseum der Stadt Köln hervorgegangen ist und seit letztem Jahr eine neue Bleibe in einem architektonisch konzipierten Ensemble des Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor an der historischen Kolumbastraße im Herzen Kölns besitzt. Denkmalpflegerisch wertvoll, wurden in dieses neue Gebäude sämtliche alten Teile wie die Reste der romanischen Kirche St. Kolumba aus dem 9. Jahrhundert oder die Kapelle „Madonna in den Trümmern“ aus den 1950er Jahren behutsam und vollständig integriert.

Besonders beeindruckt waren die Teilnehmer von der durch ein Filtermauerwerk belüfteten und durch Zwielicht erhellten Ausgrabungshalle, in der man sich über einen Steg hinweg über die Ausgrabungen aus mehreren Jahrhunderten bewegen konnte. Untermalt wird die dortige sakrale Atmosphäre durch die Klangskulptur „Tauben von Kolumba“ von Bill Fontana, der während des Umbaus von 1994 bis 2007 die Stimmen, Geräusche und Klänge dieses Ortes festgehalten hat.

Durch das neue Museum führte der Kurator des Hauses, Dr. Stephan Kraus, der sich zwei Stunden Zeit nahm, um den „Freunden“ die vielen unterschiedlichen Facetten des Hauses zu schildern und einen Bogen von mittelalterlichen Kunstwerken bis in die Neuzeit zu spannen. So sahen die Teilnehmer neben Kunstwerken von gut bekannten Künstlern wie Joseph Beuys oder Jürgen Paatz auch Arbeiten von Peter Tollens oder Raimund Girke. Besonders beeindruckt waren alle von Jeremias Geisselbrunns „Muttergottes mit Kind vom Marienaltar in St. Kolumba“ (um 1650), Richard Serras „The Drowned and the Saved (Die Untergegangenen und die Geretteten)“ (1992/1997) oder den Werken Rebecca Horns, wie etwa „Berlin-Earthbound (erdgebunden)“, einer mechanisierten Skulptur aus dem Jahr 1994.

Nach einer kurzen Mittagspause trafen sich die Freunde am Kölner Dom, um sich unter Anleitung von Kunsthistorikerin Valentina Vlasic das neue Dom-Fenster von Gerhard Richter anzusehen. Richter, dessen 110 Quadratmeter messendes Fenster sich an der Südquerhausseite, direkt über dem Domportal mit den vier Bronzereliefs von Ewald Mataré, befindet, wählte für seine Arbeit ein gegenstandsloses, modernes Farbfenster ohne Anfang und Ende. In der Tradition seiner farbigen Raster- und Gitterstruktur-Bilder im „All over“-Stil stehend und angelehnt an sein Gemälde „4096“ aus dem Jahr 1974, schuf der heute 76jährige Künstler ein abstraktes Kunstwerk aus über 11.250 farbigen Quadraten aus jeweils 9,4 mal 9,4 Zentimetern. Die einzelnen Felder aus mundgeblasenem Echt-Antik-Glas erstrahlen in 72 Farbtönen, die in den anderen Fenstern des Kölner Domes aus dem Mittelalter und dem 19. Jahrhundert bereits vorhanden sind. Ihre Anordnung erfolgte per digitalem Zufallsgenerator, nur hie und da – um der Maßwerkgliederung des Domes gerecht zu werden – griff Richter ein, um den Farbkanon abzuändern und den Betrachter mit Wiederholungen und Spiegelungen herauszufordern.

Die letzte Station der Tagesexkursion führte die Freunde in das Max Ernst-Museum in Brühl, wo sie sich die Wechselausstellung „Neo Rauch para“ ansahen. In zwei Gruppen aufgeteilt, genossen sie einstündige Führungen durch die teils paradoxe, teils bedrohlich wirkende Phantasiewelt des Künstlers Neo Rauch, der einer der bekanntesten Vertreter der „Neuen Leipziger Schule“ ist und international als neuer Superstar gehandelt wird. Zu sehen waren rauchende Dandys, Männer in Jagdröcken oder Feuerwehrmänner bei der Arbeit – also zumeist gegenständlich figurative Darstellungen in einer matt gebrochenen Farbigkeit.

Das Max Ernst Museum zeigte als einzige Station nach dem Metropolitan Museum of Art in New York dreizehn eigens für diese Ausstellung geschaffene Werke, die für Brühl durch sechs weitere Leihgaben ergänzt wurden.

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Kolumba von außen
Exkursionsteilnehmer vor dem Kolumba-Museum
Jeremias Geisselbrunn, Muttergottes mit Kind vom Marienaltar in St. kolumba, Köln, um 1650
Kurator Dr. Stephan Kraus im Gespräch mit Sonja Mataré, Teilnehmerin der Exkursion
Peter Tollens, Gemälde 392-2001 (Weiß), 2001
Der Freundeskreis beim Gruppenbild vor einem Teil des Max Ernst-Museums in Brühl
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