Freundeskreis
Museum Kurhaus &
Koekkoek-Haus Kleve e.V.


Zuwachs für die Sammlung des Freundeskreises: „Kopf“ von Hede Bühl, 1980

Für den 13. März 2020 hatte sich der Vorstand des Freundeskreises einen Besuch bei Frau Sonja Mataré in Meerbusch vorgemerkt. Der Kuchen war schon bestellt, aber dann kam die Corona-Pandemie und das Treffen musste aus gegenseitiger Rücksichtnahme verschoben werden. Schon zuvor, im Januar 2019, gab es eine schöne Zusammenkunft zwischen Sonja Mataré und dem Freundeskreis, von dem an dieser Stelle vorläufig ersatzweise berichtet werden soll. Bei diesem Treffen übergab Sonja Mataré dem Freundeskreis der Klever Museen eine bedeutende Arbeit der Bildhauerin Hede Bühl: „Aus Anlass des siebzigsten Geburtstages von Drs. Guido de Werd, des Gründers und Leiters des Museum Kurhaus Kleve, stifte ich eine Bronzeplastik, ‚Kopf, 1980, der Düsseldorfer Bildhauerin Hede Bühl dem Freundeskreis Museum Kurhaus Kleve, in den Maßen 33 x 17 x 25 cm. Frau Bühl assistierte bei Ewald Mataré 1964 und war Schülerin bei Joseph Beuys.
Meerbusch-Büderich, 6. Dezember 2018,
Sonja Mataré“

So lautete es im Begleitbrief von Sonja Mataré, die zu einer der wichtigsten Gönnerinnen des Museum Kurhaus Kleve und des Freundeskreises gehört, zu dieser bedeutenden Schenkung aus ihrer Hand.

Wir, die Empfänger ihrer großzügigen Geste der Verbundenheit und Wertschätzung, können uns glücklich schätzen, die ausdrucksstarke Bronzearbeit der deutschen Bildhauerin Hede Bühl in unserer Sammlung aufnehmen und im Museum Kurhaus Kleve präsentieren zu können.

Viele Jahre befand sich die Skulptur – die Sonja Mataré als Mäzenin, bei der Künstlerin erwarb – an einem prominenten Platz im Atelier ihres Vaters Ewald Mataré in Meerbusch-Büderich. Nun ergab sich aus Anlass des Geburtstages von Drs. Guido de Werd, der über Dekaden hinweg in engem Austausch mit der Stifterin steht, die Gelegenheit für einen symbolischen Dank seiner überbordenden Arbeit für die Klever Museen und insbesondere für die  Ewald Mataré Sammlung.

Bei der formschönen Arbeit von Hede Bühl mit dem schlichten Titel „Kopf“ handelt es sich um eine figurative Arbeit in einer reduzierten Formensprache, um einen „für ihr Schaffen zutiefst aussagekräftigen Bronzekopf in systemisierter, geradezu technoider Ausführung, dem es an menschlicher Individualität fehlt, dessen schlichte reduzierte Oberfläche mit auffallend bandagierten Gliederungen jedoch nahezu an altägyptische Totenzeremonielle denken lässt“, so Valentina Vlašić vom Museum Kurhaus Kleve. Sie stelle eine treffliche Erweiterung aus weiblicher Sicht der Ewald Mataré-Sammlung und der Werke von Joseph Beuys im Museum Kurhaus Kleve dar.

Die 1944 in Haan geborene und in Düsseldorf lebende Künstlerin Hede Bühl studierte an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Sepp Mages und Joseph Beuys. Von 1962–1963 war sie Meisterschülerin bei Joseph Beuys, doch sieht sie sich selber nicht nur in dessen Tradition. Tatsächlich ist sie von ihrem Einfluss her breiter aufgestellt. Von 1963-65 arbeitete sie im Atelier von Ewald Mataré. Auch ist ihr Schaffen von den Bildhauerkollegen Wilhelm Lehmbruck, Fritz Wotruba und Marino Marini beeinflusst.

Das Werk von Hede Bühl, das 2019 prominent in einer Ausstellung im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal ausgestellt war, wurde u.a. mit dem Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste Berlin, dem Villa-Romana-Preis Florenz oder mit einem Stipendiat der Villa Massimo Rom ausgezeichnet.

Der Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus e.V. fühlt sich reich beschenkt und freut sich außerordentlich über diese Bereicherung der Sammlung.

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„Kopf“ von Hede Bühl, 1980 © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Sonja Mataré im Gespräch mit Prof. Harald Kunde, dem Direktor des Museum Kurhaus Kleve
Brief von Sonja Mataré
Hede Bühl, „Kopf“, 1980, Bronze, Schenkung an den Freundeskreis © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
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